Archiv der Kategorie: Bücher

Alles was mit Büchern und lesen zu tun hat.

Matthew Reilly – Auf Crashkurs

Zwischen den Spielen mal ein schnelles Buch. Und wenn es schnell sein soll, dann ist eine Geschichte von Matthew Reilly genau das Richtige.

Auf Crashkurs spielt in einer nicht ganz so fernen Zukunft. Die Hovercars sind mittlerweile erfunden und somit auch die Hovercarrennen. Durchschnittsgeschwindigkeiten von 750 bis 800 km/h müssen es dann schon mal sein.

Die Hauptperson ist ein vierzehnjähriger Rennschüler, der an der internationalen Rennschule in Hobart (Tasmanien) seinen Abschluss macht. Zusammen mit seinem Bruder, dem Bug, und seiner Mechanikerin Sally muss er unzählige Rennen bestreiten. Mal gibt es Rückschläge, mal sehr unwahrscheinliche Siege. [So ähnlich gibt es das schon, oder?]

Auf den vierhundert Seiten des Romans wird eigentlich nur Rennen gefahren. Nur ganz selten passiert auch mal etwas anderes. Das macht es nicht wirklich abwechslungsreich. Aber letztlich sind es auch nur die Rennen, die es sich zu lesen lohnt.

Für Freunde von Matthew Reilly: kann man lesen, muss man aber nicht (drei bis vier Sterne).
Für alle anderen: besser einen Bogen drum machen.

Peter V. Brett – Der große Basar

Nachdem ich vor einiger Zeit Das Lied der Dunkelheit gelesen hatte, dachte ich, ich müsste irgendwie die Zeit bis zum Erscheinen von Das Flüstern der Nacht überbrücken. Der Verlag hat auch freundlicher Weise mitgespielt und Der große Basar angeboten.

Um es kurz zu sagen ein überflüssiges Buch. Es enthält Szenen aus Das Lied der Dunkelheit, die aus welchen Gründen auch immer, es nicht in Das Lied der Dunkelheit geschafft haben.

Wie so oft ist manchmal weniger mehr. Nur zwei Sterne. Ich hoffe Das Flüstern der Nacht wird wieder besser.

Nijura

Nach langer Zeit habe ich es mal wieder geschafft ein Buch zu Ende zu lesen. Ein Fantasy-Kinderbuch von Jenny-Mai Nuyen – Nijura. Auf fünfhundert Seiten werden alle Fantasy Klischees bedient. Eine gute ausgestoßene Heldin, ein gescheiterter Dieb und hoffnungsloser Romantiker, jede menge Kämpfer, zwei völlig verfeindete Lager, …

Wenn ich es richtig gelesen habe hat die Autorin die Geschichte bereits mit dreizehn Jahren begonnen zu schreiben. Das weckt natürlich Parallelen zu Christopher Paolini, aber mit einem entscheidenden Unterschied, das Buch hat ein Ende, ein wirklich Gutes.

Kurzum, ein schöne Geschichte über Freundschaft. (****)

Steve Wozniak / Gina Smith – iWoz

iwozEigentlich lese ich ja keine Memoiren, doch hier mal eine kleine Ausnahme. Ich habe das Buch von Steve Wozniak, der seine Geschichte mithilfe von Dina Smith geschrieben hat, zum Geburtstag bekommen. Als „Apple-Fan-Boy“ passt das vielleicht auch.

Die Biographie ist definitiv kein literarisches Highlight, trotzdem ist es interessant zu lesen, wie in den Siebzigern die Welt rund um San Francisco so tickte, im Zentrum der „neuen“ Computerwelt.

Steve Wozniak hat den ersten und zweiten Apple Computer im Alleingang gebaut. Besonders der Apple II war eine super Kiste und allen anderen Geräten zu dieser Zeit um Längen voraus. Selbst ich habe 1989 in der Berufsschule noch an einem gesessen.

Nach dem Apple Börsengang ist er zum Millionär geworden, obwohl er vorher den seiner Meinung nach vierzig besten Mitarbeitern so viele seiner Anteile vermacht hat, dass auch diese alle Millionäre wurden. Sein Mitstreiter, ein gewisser Steve Jobs, hat ihn deshalb für schwach gehalten.

Toll ist auch die Geschichte, wie er beschreibt, wie Apple es geschafft hat in den 80er in die erste Krise zu gelangen. Das Superprodukt der Apple II verkaufte sich wie geschnitten Brot. Doch der einzige, der an diesem Produkt arbeitete war der Mitarbeiter, der ab und zu die Preistabellen aufgrund geänderter Chippreise anpasste. Alle anderen arbeiteten an Wolkenkuckucksheimen (er benutzt zwar nicht dieses Wort, mein es aber so), die aus der Marketing Abteilung kamen. Die dachte nämlich, dieses oder jenes braucht der Markt. So wurde ein Flop nach dem nächsten rausgehauen. Aber man hatte ja das Superprodukt, das ein weiteres neues Hirngespinst finanzieren konnte, bis es nicht mehr ging …

Eine Aussage fand ich beachtenswert: Wenn du etwas erreichen willst, arbeite niemals im Team.

Tom Cain – Survivor

tomcainsurvivorEines der besten Bücher, das ich letztes Jahr gelesen habe war von Tom Cain. In Target ist der Held Samuel Carver erstmal damit beschäftig Lady Dis Leben in Paris zu beschleunigen um dann sein eigenes in rasendem Tempo zu sichern.

Survivor setzt die Geschichte fort. Leider muss Samuel Carver die ersten Seiten in einem Schweizer Krankenhaus verbringen. Die letzte Schlacht in Target hat zu einem Trauma geführt, aus dem der Held erstmal wieder erwachen muss.

Das schafft er dann glücklicher Weise auch irgendwann, und ab diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Es spielen mit: der russische Geheimdienst, der MI6, das FBI, der CIA, die Armee, ein aussortierter General und ein hoffnungsloser religiöser Fanatiker, der das Harmagedon auslösen möchte. Dazu dienen 132 Atombomben, die die Russen zu Zeiten des Kalten Krieges schön über die ganze Welt verteilt haben.

Sehr spannend zu lesen. Nicht unbedingt realistisch, aber warum auch, wenn es darum geht die Welt zu retten?

Robert Ludlum – Die Bourne Identität

Endlich habe ich es geschafft. Fast hätte ich das Buch für immer aus der Hand gelegt, was vielleicht auch besser gewesen wäre, doch nun habe ich es zu ende gelesen.

diebourneidentitatIch finde die „Bourne“ Filme mit Matt Damon sehr gelungen. Gute Action mit schneller und zumeist unlogischer Handlung. Da dachte ich, ich könnte mal die original Bücher von Robert Ludlum aus den Siebzigern lesen. Also Teil 1 „Die Bourne Identität“ besorgt und noch im August begonnen zu lesen.

Jetzt ist bereits November und genauso langsam schleppt sich die Handlung dahin. Die ersten fünfzig Seiten findet sich der Held auf einer Insel im Mittelmehr wieder und kann sich nicht erinnern, wie er dort hingelangt ist. Danach reist er in die Schweiz, weil er die Nummer eines Schweizer Kontos unter der Haut findet.

Alles was noch in der Schweiz stattfindet und die anschließende Flucht nach Paris ist auch noch sehr spannend. Doch danach wird es unübersichtlich. Geheimdienste geben sich ein Stelldichein. Noch geheimere Dienste infiltrieren die höchsten Stellen. Ein bisschen Vietnam, ein bisschen Kalter Krieg und Verschwörungstheorien.

Klingt eigentlich alles super, aber wahrscheinlich sind es die heutigen Bücher und Serien, die einen so geprägt haben, dass einem dieser dreißigjährige Spionagethriller nicht mehr vom Hocker hauen kann.

Keine Empfehlung, maximal zwei Sterne (**).

Sprengstoff

Nachdem ich lange nicht mehr dazu gekommen bin, habe ich mal wieder ein paar gelesene Bücher gelistet. [Hier] Das letzte Sprengstoff von Stephen King möchte ich direkt hier beschreiben.

Sprengstoff

„(…) Harry wandte sich nun lächelnd und gleichzeitig kopfschüttelnd an ihn:“Kann ich Ihnen behilflich sein?“
„Ich hoffe es. Aber ich muß Sie im voraus warnen, ich habe von Gewehren keine Ahnung.“
Harry zuckte die Achseln. „Gibt es ein Gesetz, daß man die haben müßte? Soll es ein Geschenk für jemanden sein? Zu Weihnachten vielleicht?“
„Ja, genau das“, antwortete er, den Gedanken sofort aufgreifend. „Ich habe nämlich einen Cousin – er heißt Nick. Nick Adams. Er wohnt in Michigan, und er hat einen richtigen Gewehrfimmel. Sie kennen das sicher. Er ist ganz verrückt auf die Jagd, aber irgendwie steckt noch mehr dahinter. Es ist so etwas wie …“
„Ein Hobby?“ fragte Harry und lächelte.
„Ja, genau.“ Er hatte Fetisch sagen wollen. Er senkte den Blick, und seine Augen fielen auf einen Aufkleber, der an der Registrierkasse befestigt war:

WENN GEWEHRE UNGESETZLICH SIND
WERDEN NUR UNGESETZLICHE GEWEHRE TRAGEN

(…)“

Das ist ein kleiner Ausschnitt aus Sprengstoff den Stephen King in den Siebziger unter seinem Pseudonym Richard Bachmann geschrieben hat. Es handelt von Barton George Dawes und seinem völlig kaputten Leben.

Am Anfang kauft sich Bart – wie er im Roman immer kurz genannt wird – ein Gewehr. Aber nicht irgendeines, sondern einen richtigen Ballermann.

„(…) Das ist eine vierhundertsechziger Weatherbee. (…) Die Mündungsenergie von dem Baby beträgt über achttausend Pond … das wäre soviel, wie wenn Sie jemanden mit einer Flughafenlimousine umfahren. Wenn Sie einen Bock damit am Kopf treffen, müssen Sie sich den Schwanz als Trophäe aufhängen. (…)“

Nach diesem hervorragenden Auftakt braucht die Geschichte dann erstmal ein wenig Zeit. Ganz langsam kommt man hinter das Geheimnis von Bart. Und obwohl sehr schnell erkannbar ist, dass Bart sehr krank ist, gewinnt die Figur immer mehr Symphatie. Bart ist Chef einer Wäscherei, die vormals in Familienbesitz nunmehr Teil eines Konzerns ist. Er hat eine Frau und ein Haus.

Sein Problem ist der Autobahnausbau der 784. Der Straße müssen leider Haus und Wäscherei weichen. Typisch für Stephen King wird der Spannungsbogen immer mehr gespannt, bis es zum Schluss kommt wie es kommen muss …

Ähnlich wie bei Todesmarsch und Menschenjagd beschreibt Stephen King hier ein Thema wie es auch heute noch immer aktuell ist.

Sorry – Zoran Drvenkar

Vier Tage freie Zeit, die ich endlich mal wieder mit einer Lektüre verbringen konnte.

Sorry von Zoran DrenkarDanach
Du bist dir nicht sicher was der Autor mit seinem merkwürdigen Schreibstil erreicht hat? Verwirrung, Genuss, Freude, Enttäuschung, alles?

Die ersten Seiten waren dir schon merkwürdig. Vier Freunde, alle nicht wirklich erfolgreich, gründen eine Entschuldigungsagentur. Aber nur geschäftlich, keine privaten Angelegenheiten, das ist von vornherein klar.

Davor
Hast du dir diverse Kritiken durchgelesen, Amazon und Co. Es ging um die Agentur. Die vier Freunde und natürlich ein Geheimnis.

Du
Bist während des Lesens der ersten hundert Seiten verwirrt. Der Autor schreibt in einer Person, die es so eigentlich nicht gibt. Oder doch? Es gibt keine wörtliche Rede, aber trotzdem wird oft gesprochen. Mal in der Zukunft, häufig vor der Vergangenheit.

Am Ende bist du überrascht worum es wirklich geht. Das war nicht zu erwarten. Du fragst dich, ob du es auch gekauft hättest, wenn du es gewusst hättest. Wahrscheinlich nicht. Sorry sparrt auch nicht mit Details.

Für Verwirrte
Der Autor möge mir verzeihen, aber so wie oben ist das gesamte Buch geschrieben. Und hier mal unsichtbar worum es geht.
Kindesmissbrauch—.
Einfach mit der Maus den unsichtbaren Text markieren, aber vielleicht ist es ja gut, wenn man nicht sofort weiß worum es sich dreht.

Der Name des Windes

Wie ist das immer, wenn man endlich Urlaub hat? Genau, der Körper meint er könne sich jetzt mal eine kleine Auszeit gönnen. Und so hatte ich schniefend die Zeit, mir 860 Seiten Fantasy zu gönnen. Und ich würde sofort weiterlesen, wenn das buch nicht schon zu Ende wäre.

Patrick Rothfuss - Der Name des WindesGelesen habe ich Der Name des Windes von Patrick Rothfuss, natürlich ein Ami, in Deutschland wird so etwas ja kaum veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um ein Fantasy Machwerk, dem alle Ehre gebührt. Auf bereits erwähnten 860 hervorragenden Seiten geleitet man in die Welt von Kvothe, und begleitet ihn von seiner Kinderzeit bei den fahrenden Spielleuten bis zu seinen ersten drei Trimestern an der Universität.

Die Geschichte wird vom „alten“ Kvothe, der ein Wirtshaus führt, erzählt und dabei einem Chronisten direkt in die Feder diktiert. Eine sehr nette Idee. Dabei wird die chronologische Aufzählung der Ereignisse nie langweilig. Die Sprache, die Patrick Rothfuss verwendet um die Dinge zu beschreiben, ist einfach wunderbar. Vielleicht liegt es aber auch nur an der exzellenten Übersetzung (Jochen Schwarzer), dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Wahrscheinlich aber an beidem.

Wer sich davon überzeugen möchte, der lese einfach den eineinhalb Seiten langen Prolog von der „dreistimmigen Stille“.

Ich glaube einer der Hauptgründe, warum dieses Buch so hochgelobt wird, ist die Glaubhaftigkeit seiner Figuren. Natürlich gibt es Gute und Böse, und es ist auch sofort klar, wer gut und wer böse ist. Aber es gibt auch einige Charaktere, bei denen bis zum Schluss nicht klar wird, ob sie am Ende zu den einen oder den anderen gehören werden. Aber es ist ja noch lange nicht Schluss. Es wird laut Klappentext noch mindestens zwei weitere Erzählungen geben.

Das einzige, was ein wenig trübt ist, dass ich leider nicht in Erfahrung bringen konnte, wann es weitergeht. Hoffentlich fällt der zweite Teil nicht genauso stark ab, wie der zweite Eragon Teil. Hoffen wir mal das Beste.

Arcanum

Endlich habe ich mal wieder die Zeit gefunden ein Buch zu lesen.

  • Chris KuzneskiArcanum – Im Zeichen des Kreuzes
  • Chris Arcanum - ArcanumWieder mal ein Verschwörungsthriller rund um Jesus. Der wievielte? Aber einer der Besseren.

    Erst wird in Dänemark ein Priester ans Kreuz genagelt. Anschließend wiederholt sich das Schauspiel in Tunesien und an andern Orten auf der Welt. Zeitgleich werden zwei ehemalige Superagenten der CIA in Spanien gefangen genommen und dann ganz plötzlich wieder entlassen. Sie bekommen den Auftrag einen „ganz bösen“ Wissenschaftler zu jagen. Dieser wiederum kraxelt derweil in den Katakomben von Orviento, in der italienischen Provinz, herum.

    Nun fragt sich der Leser direkt, wie dieses Konstrukt zusammengeführt wird. Und was das ganze letztlich mit der großen Verschwörung um Jesus und das Christentum zu tun haben soll. Es dauert in etwa bis zur Seite zweihundert, dann erkennt man so langsam wo es drauf hinausläuft. Aber dennoch gibt es zum Schluss die erwartete Wende.