Archiv der Kategorie: Bücher

Alles was mit Büchern und lesen zu tun hat.

Der Schatz der Hasen (Kindle Edition)

Am Freitag ist Kindle angeliefert worden. Ein feines Stück Technik. Ich brauche jetzt erstmal einige Zeit um Erfahrungen zu sammeln. Was ich schon mal sagen kann, es ist schnell. Das umblättern der Seiten geht bei weitem nicht mehr so träge, wie das bei den ersten e-Readern der Fall war. Und es ist auch für Linkshänder geeignet, was allerdings dazu führt, dass ich immer links drücke um zurück zu blättern.

Um das Angebot bei Amazon etwas zu vergrößern ist es seit dieser Woche möglich der Schatz der Hasen als Kindle Edition zu erwerben [Link].

Andreas Eschbach – Ein König für Deutschland

Wie ich letztens mal festgestellt habe, haben die Nerds längst die Weltherrschaft an sich gerissen. Wer noch nicht wirklich überzeugt ist, sollte sich mal Ein König für Deutschland vornehmen.

Die Geschichte beginnt mit den Vorgängen der ersten Busch-Wahl Ende ´99. Vincent ein übereifriger Programmierer schustert im Vorfeld der Wahl ein kleines Computerprogramm zusammen, dass in Wahlcomputern eingesetzt, die abgegebenen Wählerstimmen zwar berücksichtigt, aber bei einer Pattsituation Stimmen in die gewünschte Richtung verschiebt.

Jahrelang lebt Vincent im ungewissen, ob sein Programm wirklich die Wahlen beeinflusst hat. Schließlich wird er von einem Ex-Mitglied der Mafia ´entdeckt´ und eine Modifikation seines Programms kommt erstmals bei der Hessen-Wahl zum Einsatz.

Vincent versucht seinen in Deutschland lebenden Vater zu warnen, doch dieser hat von Computern keinen Schimmer und glaubt nicht das Wahlcomputer manipuliert werden können. Erst eine Truppe Computerfreaks kann ihn überzeugen.

Eine Hintertür im Programm, von der der Mafia-Typ nichts weiß, wird genutzt um bei der kommenden Bundestagswahl zu beweisen, dass Wahlcomputer nicht sicher sein können.

Was jetzt kommt verrate ich nicht, aber der Titel lässt einiges vermuten. Eine wiedermal wirklich toll geschriebene Geschichte von Andreas Eschbach. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und würde es jedem Nerd ans Herz legen. Eigentlich sollten es aber die Nicht-Nerds lesen, denn die Nerds werden sagen: wußte ich doch schon immer.

Einzig die fast einhundert Fußnoten hätte es meiner Ansicht nach nicht gebraucht. Aber wahrscheinlich wollte der Autor nur mit Herrn Schätzing in Konkurrenz treten: schau mal ich habe mehr Fußnoten als du. (****)

Tess Gerritsen – Leichenraub

Eine frisch geschiedene Frau kauft sich ein altes Gemäuer, zieht ein und findet im Garten eine Leiche. Es handelt sich wahrscheinlich um eine erschlagene Frau. Diese liegt dort allerdings seid fast einhundertfünfzig Jahren.

Zeitsprung, ins Jahr 1830. In einer Entbindungsstation sieht Sophie ihre Schwester eine Tochter zur Welt bringen. Doch leider stirbt die Schwester kurze Zeit später. Sophie nimmt sich des Babys an. In derselben Nacht wird die Oberschwester umgebracht.

Sophie muss fliehen, denn sie ist eine Irische Einwanderin und somit direkt schuldig. Geholfen wird ihr nur von einem geistig Behinderten Jungen und einem mittellosen Medizinstudenten.

Wer jetzt bereits weiß, worauf es hinauslaufen wird, der sollte das Buch nicht lesen. Oder vielleicht doch, denn am Ende geht es doch anders aus als vermutet. (***)

John S. Cooper – Zero

Bereits im Januar gelesen. Ein weiterer Thriller von John S. Cooper, der eigentlich zwei Spiegelautoren ist? Egal. Mich hatte Das fünfte Flugzeug sehr begeistert, deshalb keine Frage, dass auch das zweite Werk angeschafft wird.

Der Zero ist eine neue Währung, der die restlichen Währungen der Welt ablösen soll. Ausgedacht von „weltfremden New-Age Spinnern“ in einer Art Kommune bei San Franzisko. Doch wo man meint, dass so etwas eigentlich nicht funktionieren dürfte, setzen die Nerds und Freaks dieser Welt ein. Im Internet breitet sich der Zero immer mehr aus.

Das ist natürlich nicht im Sinne der Mächtigen. Schnell wird gemordet und verraten. Die Zeit ist reif für eine neue Verschwörungstheorie und die beiden Helden aus Das fünfte Flugzeug machen auf die Socken Ermittlungen in Sachen Zero zu starten.

Die haben mittlerweile das Wikipedia der Whistler-Bowler aufgebaut und kommen so schnell an die …

Die Story ist bei weitem nicht so gut, wie der Vorgänger, aber dennoch unterhaltsam. Wer sich von logischen Lücken und unrealistischer Aktion nicht abschrecken lässt wird hier gut bedient. (***)

Susanne Clarke – Die Damen von Grace Adieu

Ich bin etwas im Rückstand, dieses Buch habe ich bereits im März gelesen. Die Damen von Grace Adieu ist eine Ansammlung kleiner Geschichten um Magie und die Feen in England des vorletzten Jahrhunderts.

Bis auf die erste Geschichte, die dem Buch den Namen gab, fand ich alle ganz annehmbar. Das Beste ist wahrscheinlich die extrem alte Sprache. Vielleicht ist das aber auch die Schwierigkeit. Etwas zu aufgesetzt, denn schließlich leben wir zweihundert Jahre später. (**)

John Connolly – Das Buch der verlorenen Dinge

Ein Junge aus London in den wirren des Zweiten Weltkrieges. Erst verliert er seine Mutter und anschließend soll er sich mit einer anderen Frau an der Seite seines Vaters und einem neunen Bruder anfreunden. Die neue Familie zieht an den Londoner Stadtrand in ein Haus mit geheimen Garten.

Und eigentlich beginnt die Geschichte erst hier so richtig. Ein „krummer Mann“ lockt den Jungen in den Garten und dort in eine andere Welt aus der er nicht mehr zurück kann.

Ein Kinderbuch? Möglich, ich finde es allerdings in dieser anderen Welt etwas arg grausam. Als zehnjähriger hätte ich so meine Probleme mit dem Einschlafen gehabt. Jede Menge Wehrwölfe, Jäger die aus Kinderköpfen und Tieren neue Kreaturen schaffen, um diese dann zu schießen, Sechsmeter-Monster, die nach ihrem Tod lauter kleine Monster gebären, …

Auch wenn ich sehr lange für die Lektüre gebraucht habe, war sie doch unterhaltsam. (****)

Sara Douglas – Das Vermächtnis der Sternenbraut

Ich habe es geschafft. Der fünfte Teil der Saga Unter dem Weltenbaum ist gelesen. Das Buch stand jetzt bestimmt über ein halbes Jahr oben rechts in der Sidebar. Gut, ich habe immer wieder andere Bücher gelesen, ich hätte also auch mal das Icon aktualisieren können, aber ich dachte, dass es ja bald geschafft ist.

Das Vermächtnis der Sternenbraut ist ein Übergangsbuch. Kam es im vierten Teil noch zum großen Showdown zwischen Axis und seinem Bruder Bornhold, was durchaus unterhaltsam war, geht es in diesem Teil aber nur darum, das A nach B, C nach D und E ebenfalls nach B geht. Zwischendurch werden unzählige Bäume gepflanzt, Lieder geträllert, Götter geboren, Intrigen geschmiedet und viel gelabert. Ob ich mir jemals den sechsten Teil antun werden. Vielleicht wird der wieder besser. Es steht zu erwarten, die letzte große Schlacht der alten und neuen Götter, gegen die Verstoßenen.

Markus Zusak – Die Bücherdiebin

Was für ein trauriges Buch. Viele Leser dieses Buches erzählen, dass es eine gute Mischung aus dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges und der schönen Seiten dieser Zeit beschreibt. Ich kann mich dem nicht anschließen, die Geschichte der Bücherdiebin ist von der ersten Seite an eine Anreihung düsterer und deprimierender Kriegsdetails.

Am Anfang ist man etwas verwirrt, weil der Erzähler in der Ich-Form spricht, bis man bemerkt, dass hier der Tod selbst das Wort führt. Er berichtet von einem zehnjährigen Mädchen, das zuerst seinen Bruder verliert, und direkt danach die leibliche Mutter. Es wird bei Pflegeeltern im Münchener Vorort Molching untergebracht. Es lernt lesen und stehlen, vor allem Bücher. Die Bücher werden während der Bombennächte der Nachbarschaft vorgelesen.

Zwischendurch berichtet der Tod von Bomben auf Köln und Hamburg. Führt in die Kälte von Stalingrad und muss letztlich nach Dachau.

Obwohl man es eigentlich besser weiß, hofft man insgeheim, dass die Geschichte der Bücherdiebin Liesel sich irgendwann doch zum Positiven wendet. Dies ist natürlich nicht so, und so wie der Tod will auch ich niemanden auf die Folter spannen. Liesel wird am Ende zwar überleben und nach Australien gehen, doch ansonsten werden alle anderen Seelen vom Tod eingesammelt werden.

Die Bücherdiebin ist wohl zurecht mit diversen Preisen überschüttet worden. Als Jugendbuch gekennzeichnet weiß ich nicht, ob ich mit vierzehn die geistige Reife für diese Art von Literatur besessen hätte. Insbesondere die letzte beschriebene Bombennacht ist schon sehr grausam. (*****)

Adler Olsen – Erbarmen

Endlich mal wieder etwas Zeit, um sich Büchern zu widmen.

Kurz vor Weihnachten habe ich bereits Adler Olsens Erbarmen gelesen. Mal wieder ein zur Trunksucht neigender Kommissar aus nordischer Feder. Mit einer kleinen Besonderheit, als Partner bekommt der Kommissar Carl Morck einen ehemaligen Syrer zu Seite gestellt. Die Konflikte, die beide bis zum Schluss auszutragen haben sind die eigentliche Würze dieses Krimis.

Die Story hält sich erstmal damit auf, wie Carl Morck seine neu gegründete Abteilung Q aufbauen muss. Eigentlich ist diese nur gegründet, weil keiner Carl Morck noch etwas zutraut. Deshalb soll er sich in Zukunft mit alten, nicht abgeschlossenen Fällen befassen.

Der erste Fall führt ihn zu einer seit sechs Jahren verschollenen Politikerin, die angeblich Selbstmord in der Ostsee begangen haben soll.

Die Spannung steigt erst ab Seite 150, danach aber stetig an. Über das Ende könnte man streiten. (***)

Was zusammengehört

Ein Buch über die Deutsche Einheit lesen? Warum sollte ich mir das antun? Schließlich gab es nichts was mich vor zwanzig Jahren mehr gelangweilt hat als das. Lauter vokuhila Pudel mit ihren stinkenden Trabbis, die hämmernd auf der Mauer sitzen, „… dass heute Ihre Ausreise ….“, Birne hier, Birne da, …

Aber jeder weiß noch was er damals gemacht hat. Tja, so ist das wohl, schwierig sich der Welt zu entziehen. Ich habe am ersten Tag der Einheit zu B-Movies wunderbaren Nowhere Girl getanzt. Ein perfekter Moment.

Einen perfekten Moment erlebt auch Benjamin der Hauptakteur in Markus Feldenkirchens Roman Was zusammengehört. Während eines Schüleraustausches in Irland 1989 trifft er seine große Liebe, Victoria. U2s Gloria lässt grüßen. Der eigentlich auf drei Wochen geplante Austausch, wird wegen der gerade geöffneten Mauer verkürzt und so wird Benjamin von seiner Liebsten getrennt.

Fortan schreiben die beiden sich Briefe und telefonieren alle zwei Wochen nur für wenige Minuten miteinander. Die Romanze dauert fast ein Jahr und die ganze Zeit begleiten die Ereignisse der Wiedervereinigung das Geschehen.

Neunzehn Jahre später bekommt Benjamin wieder einen Brief aus Irland. Mittlerweile ist er Banker, eines von den Arschlöchern, die die Finanzkrise ausgelöst haben. Er ist gerade auf dem Weg zu einer irischen Tochter seiner Bank, als der Brief ihm zugestellt wird.

Damit fängt das Buch an. Der Brief wird nicht geöffnet. Und Benjamin fängt an, während er nach Irland reist, über seine Vergangenheit und sein jetziges Leben nachzudenken. Und somit doch kein Buch über die deutsche Einheit, sondern ein Liebesroman für den ich mich nicht schäme ihn gelesen zu haben. (*****)